Länger leben mit weniger Kalorien?

Wer beim Essen Kalorien spart, gewinnt gesunde Lebenszeit. Denn der Körper muss so weniger Energie verbrennen und bildet deshalb in seinem Stoffwechsel auch weniger Sauerstoffradikale. Und das sind die „Bösewichte“, die oxidativen Stress verursachen und so die Entstehung von chronischen Krankheiten begünstigen und Alterungsprozesse beschleunigen. Weniger davon, ist also besser für uns und unsere Gesundheit. Das lässt jedenfalls die Langzeitsstudie CALERIE (Comprehensive Assessment of Long-term Effects of Reducing Intake of Energy) am Pennington Biomedical Research Center im US-amerikanischen Baton Rouge vermuten. Dass dabei ganz nebenbei auch noch Pfunde verloren gehen, ist ein schöner Nebeneffekt. Sogar Menschen, die schlank und gesund waren, profitierten von einer begrenzten Kalorienzufuhr, wie die Forscher feststellten.

Kalorienrestriktion – so heißt die neue Anti-Aging-Zauberformel. Seit einiger Zeit ist sie in aller Munde. Mit dem Dinner-Cancelling, dem Verzicht aufs Abendessen, fing es an. Inzwischen schwören viele Experten aufs Intervall-Fasten, auf 16-Stunden-ohne-Essenspausen und auf den Zwei-Mahlzeiten-pro-Tag-Rhythmus. Alles Methoden, die dazu beitragen, dass weniger Kalorien verzehrt werden. Der bekannte Gerontologe und Biowissenschaftler Professor Valter Longo von der University of Southern California in Los Angeles schlägt als Teil seiner „Longevità-Diät“ sogar ein „Scheinfasten“ vor. Eine Ernährung mit 800 Kalorien am Tag, die dem Körper strengeres Fasten vorgaukelt und ihn dadurch zum „Aufräumen“ und zur Selbstheilung anregt. Für alle, die sich ansonsten normal ernähren und ab und zu auch mal bewegen, empfiehlt Longo alle vier Monate fünf solcher „mageren“ Tage als lebensverlängernde Maßnahme.

Fragt sich, ob wir tatsächlich schon wieder eine neue „Diät“ brauchen. Etwas weniger zu essen, dürfte uns doch nicht so schwer fallen. Schließlich heißt das Motto nicht Totalverzicht, sondern ausreichende Versorgung ohne Völlerei. Qualität statt Quantität. Viel frisches Gemüse und Hülsenfrüchte, ab und zu Fisch statt Fleisch, Walnüsse und Mandeln statt Keksen. Und vielleicht eine etwas kleinere Portion auf dem Teller. Denn mal ehrlich: Oft langen wir einfach aus Appetit noch einmal zu, obwohl wir längst satt sind. Oder weil auf dem Büffet so viele leckere Sachen stehen, an denen wir nicht vorbeigehen können. Alles Kalorien, die unserer Körper nicht braucht, die ihn  aber zusätzlich belasten. Wer ab und zu mal schlemmt, wird sicher keinen Schaden daran nehmen. Doch wenn die Futterei zum Dauerzustand wird, müssen wir uns über die Folgen für Gesundheit und Gewicht nicht wundern. Weniger ist also wie so oft mehr – egal, wie wir es gerade nennen.

Buchtipp:
„Iss dich jung. Wissenschaftlich erprobte Ernährung für ein gesundes und langes Leben. Die Longevita-Diät“ von Prof. Dr. Valter Longo (384 S., 10 Euro, Goldmann TB)

 

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Murphy Witt

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