Gelb-Sucht

Endlich blüht er, der Raps! Gar nicht satt sehen kann ich mich an den leuchtenden Feldern. Ich bin süchtig nach Gelb. Jetzt wird es wirklich Frühling. Der Raps ist für mich ein untrügliches Zeichen, ein Zeichen dafür, dass Veränderung und Neubeginn in der Luft liegen. Er  markiert den Wendepunkt und zeigt den letzten kalten Tagen endgültig die gelbe Karte. Und meinem Alltag gibt er durch seine Strahlkraft neuen Schwung. Er nimmt sogar einem grauen Himmel die Tristesse. Vorfreude auf die warme Jahreszeit liegt in der Luft. Alltagsglück pur!

Nicht jeder assoziiert mit der Farbe Gelb etwas Positives. Das weiß ich wohl. Aber für mich ist sie ein Symbol für Kraft, Energie und Lebensfreude. Die Farbtherapie schwört darauf, dass Gelb die Funktion von Leber, Galle und Nieren fördert und den Fluss der Lymphe in Schwung bringt. Anregend soll sie wirken, diese Primärfarbe, für die Verdauung ebenso wie fürs Gehirn. Also das Rapsfeld gegen Frühjahrsmüdigkeit? Warum nicht! Gelb weckt die Sinne. Eine Farbe für Leichtigkeit und gute Laune. „Sie führt in ihrer höchsten Reinheit immer die Natur des Hellen mit sich und besitzt eine heitere, muntere, sanft reizende Eigenschaft“, schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe in seiner „Farbenlehre“.

Ich jedenfalls werde die Rapsblüte genießen. Mich an ihr erfreuen, so lange sie die Natur zum Strahlen bringt. Zum Glück habe ich ein Feld in Blickweite. Von meinem Schreibtisch aus sehe ich einen gelben Zipfel. Wann immer ich mag, kann ich aufstehen, dort hingehen und meine Nase zwischen die Blüten stecken. Das verkürzt mir das Warten auf den Sommer.

Murphy Witt

Bildrechte: Monika Murphy-Witt

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