Fasten hält uns jung

Na, was haben Sie heute schon alles gegessen? Wissen Sie es noch? Nicht nur das, was zu den Mahlzeiten auf dem Tisch war – auch das, was Sie sich vielleicht zwischendurch in den Mund geschoben haben? Wir leben im Überfluss. Mal nichts auf dem Teller zu haben ist für viele undenkbar. Dabei können wir für unseren Körper kaum etwas Besseres tun, als ihn vorübergehend auf Nahrungsentzug zu setzen. Wer freiwillig eine Zeit lang Verzicht übt, schenkt seinem Organismus eine wohlverdiente Pause. Dass das erstaunliche Effekte für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat, weiß die Forschung schon lange. Inzwischen steht aber auch fest: Fasten hält uns jung. 

Wer am Tag nicht mehr als 500 (Frauen) beziehungsweise 600 Kalorien (Männer) zu sich nimmt, und dabei mindestens zwei bis drei Liter Wasser und Kräutertee trinkt, fastet. So die Definition der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. Sobald unser Körper merkt, dass er nicht unendlich mit Nahrung versorgt wird, schaltet er in einen Spar- und Reservemodus um. Der Stoffwechsel verändert sich, und der Organismus zapft seine inneren Speicher an. Das lässt nicht nur unerwünschte Pfunde und gefährliches Bauchfett schmelzen, es befreit uns auch von Giftstoffen wie Medikamentenresten und Rückständen aus unserem Stoffwechsel und wirkt sich positiv auf viele Körperfunktionen aus. Zahlreiche Studien haben gezeigt: Fasten beugt der Entstehung von gefährlichen Zivilisationskrankheiten vor und kann bereits bestehende Symptome, zum Beispiel bei Rheuma, Arthrose, erhöhten Blutfettwerten und Diabetes, lindern.

Doch das ist längst nicht alles. Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, hat Fasten auch Effekte, die dem Alterungsprozess in unserem Körper entgegenwirken:

  • Fasten beseitigt Stoffwechselmüll.
  • Fasten fördert Wachstum und Regeneration.
  • Fasten schützt die Zellen.

Und das alles kann dazu beitragen, dass wir biologisch länger jung bleiben.

Fasten ist die beste Müllabfuhr. Durch den gründlichen Hausputz in unserem Körper werden nicht nur Fette entsorgt, sondern auch Eiweißablagerungen aus den Zellen. Zum Beispiel sogenannte AGS. Das sind unlösliche Zucker-Eiweiß-Verbindungen, die in unserem Stoffwechsel entstehen und mindestens ebenso gefährlich für uns sind wie die berüchtigten freien Radikale. Sie fördern Entzündungen und beschleunigen die Alterung unserer Zellen. Gleichzeitig kurbelt Fasten die Ausschüttung des Wachstumshormons STH (Somatropin) an, die normalerweise ab dem 40. Lebensjahr abnimmt. Und nicht zuletzt schaltet Fasten Gene an, die die Produktion bestimmter Enzyme anstoßen. Anti-Aging-Enzyme, die widerum dafür sorgen, dass die Endstücke unserer Chromosomen, die Telomere, länger erhalten bleiben. Etwas, das Altersmediziner heute als wichtigste und vielversprechendste Maßnahme empfehlen, um Alterungsprozesse im Körper zu verzögern. Ob das alles auch tatsächlich in einer höheren Lebenserwartung zu Buche schlägt, ist bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Doch selbst wenn wir durchs Fasten nicht an Lebenszeit gewinnen, Wohlbefinden schenkt es uns allemal. Und wenn es uns gut geht, fühlen wir uns jünger, als es in unserem Pass steht. Das ist doch auch nicht zu verachten.

„Im Fasten wird aus Verzicht Fülle.
Und diese Fülle hält uns jung.“

Monika Murphy-Witt

 

Mehr Infos im Buch „Fasten-Yoga“ von Franz Seraph Moesl und Monika Murphy-Witt (144 S., 14,99 Euro, Gräfe und Unzer Verlag)

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