Ausdauersport bremst Zellalterung

Snails on the athletic track

Moderat, aber regelmäßig – wenn wir so trainieren, können wir unsere Gefäße jung halten. Das hat gerade eine Studie am Uniklinikum Homburg in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Saarbrücken gezeigt. Dr. Christian Werner hat darin gemeinsam mit seinen Kollegen erstmals die Effekte verschiedener Sportarten auf den Prozess der Zellalterung untersucht. Das spannende Ergebnis: „Ausdauerbewegung bremst den Alterungsprozess der Zellen im Gefäßsystem und erhöht so den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt der Kardiologe.

Kontinuierliches, moderates Joggen von dreimal 45 Minuten pro Woche ist dabei laut Christian Werner sogar reinem Krafttraining überlegen. Ein ebenso langes Zirkeltraining an acht Geräten verbesserte zwar die Fitness, im Hinblick auf die Zellalterung brachte es jedoch weniger deutliche Effekte. Die erreichte annähernd nur noch ein Intervalltraining: vier Minuten sehr schnelles Laufen mit hoher Intensität, drei Minuten Gehen zur Erholung, viermal im Wechsel, insgesamt ebenfalls  dreimal 45 Minuten in der Woche. Aber: Nötig ist es nicht, sich so auszupowern. Das hat die aktuelle Untersuchung gezeigt. Wer es langsam angeht, erzielt eine mindestens ebenso gute Wirkung.

Denn moderates Ausdauertraining aktiviert – wie der Forscher nachweisen konnte – das Enzym Telomerase. Dieses wirkt einem entscheidenden Prozess des Alterns entgegen: der Verkürzung der Telomere. Diese Endstücke der Chromosomen schützen unser Erbgut. Mit jeder Zellteilung schrumpfen sie; die Zelle altert. Alles, was die Telomere möglichst lang hält, hält uns jünger. 

Bei den durchschnittlich 50 Jahre alten Teilnehmern seiner Studie konnte Christian Werner diesen Effekt auf die Zellalterung beim Ausdauertraining beobachten. Doch abgesehen davon schützt jede Art von Bewegung Herz und Gefäße – in jedem Alter. „Krafttraining sollte dabei ergänzend zu Ausdauertraining durchgeführt werden, nicht als Ersatz dafür“, empfiehlt Kardiologe Werner. Und: „Jeder Sport ist besser als kein Sport.“

 

Murphy Witt

Bildrechte: Fotolia/Sergey Lavrentev

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