Tanzen hält uns jung

„Ich habe noch nie so viele alte Leute so viel tanzen gesehen“, sagt die junge Frau

erstaunt. Alte Leute? Ach so, die meint uns. Langsam dämmert es mir. Sie ist Anfang 20. Ganz schön fies, schießt es mir durch den Kopf. Aber nein! Ganz schön toll. Das ist doch ein Superkompliment. Für mich, für uns Freunde, für unsere Generation.

Eine tolle Party war es, ein 30. Hochzeitstag. Und viele der Gäste kannten sich auch bereits so lange. Wir haben schon häufiger zusammen gefeiert. Die Nacht durchgetanzt. Von „Black Magic Woman“, „Nutbush City Limits“ und „Roll Over Beethoven“ über den „Highway to hell“ bis „Satisfaction“. Und wenn dann morgens um vier „In-A-Gadda-Da-Vida“ in voller Länge lief, waren wir wieder 18 – auch wenn wir nur noch imaginäre lange Haare schüttelten.

Musik und Tanzen – damit sind wir erwachsen geworden, damit haben wir uns abgegrenzt gegenüber einem noch extrem spießigen Umfeld, damit haben wir auch schwierige Zeiten schadlos überstanden. Revolutionär war sie die Musik unserer Jugend, provokant, experimentell, psychedelisch. Wir drehten den Verstärker auf und beamten uns weg vom Ärger mit Eltern und den engen Anforderungen des Alltags. So lässig-locker wie heute war damals vieles nicht; es gab zu viele alte Zöpfe. Noch heute muss ich nur die ersten Takte bestimmter Stücke hören, und Stress, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind verschwunden. Also: Wenn die Musik stimmt, ist Tanzen bis zum Morgengrauen kein Problem. Wir haben einfach Spaß. Je mehr wir tanzen, desto besser geht es uns. Das Tanzen hat uns jung gehalten und tut es noch.

Längst haben diverse Studien gezeigt, dass während die Füße dem Rhythmus folgen, das Gehirn auf Hochtouren läuft. Es gibt sogar Anzeichen dafür, dass das Demenz vorbeugen kann. Ein gutes Training für Herz und Kreislauf ist Tanzen allemal. Und neuerdings gelten schnelle, hüpfende Bewegungen sogar als Geheimrezept gegen den „Faszien-Filz“. Dieses verklebte Bindegewebe um Muskeln und Organe herum macht uns steif und alt. Elastische Faszien sorgen dagegen dafür, dass Körper, Geist und Seele geschmeidig bleiben und sich wohl fühlen. Kein Wunder, dass wir nach einer Partynacht vielleicht etwas müde, aber rundherum gut drauf sind.

Wir machen also alles richtig. Und können stolz darauf sein, dass uns das auch mit Ende 50, Anfang 60 noch gelingt. Also Mädel, nicht lästern, tanzen. Mal sehen, ob Du dann auch noch so fit bist wie wir, wenn Du erst mal in unserem Alter bist.

„Niemand kann mir nehmen, was ich getanzt habe.“

Spanisches Sprichwort

 

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Murphy Witt

Bildrechte: Fotolia/WavebreakmediaMicro

2 Kommentare zu “Tanzen hält uns jung”

  1. Helmi Wüst

    Das ist Erinnerung!Diese Schallplatte haben wir auch noch im Schrank! Schon eine beeindruckende Musik! Leider tanzen die Männer in unserem Freundeskreis nicht mehr, und so ergibt sich wenig Gelegenheit.Aber das spanische Sprichwort ist auch irgend wie beruhigend: Man kann es uns nicht nehmen.Ich habe mein Trampolin, das ist ein gewisser Ersatz.
    Liebe Grüße
    Helmi Wüst

    1. Murphy Witt

      Das ist der Vorteil der Rockmusik – da kann man notfalls auch ohne Partner gut tanzen 😉
      Herzliche Grüße!

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