Abnehmen: Wenig ist schon viel

Abnehmen ist nicht einfach. Der Kopf weiß: Zu viele Pfunde auf den Rippen lassen nicht nur die Hose kneifen, sie sind auch ungesund. Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen drohen. Doch der Bauch sagt: Stimmt, aber erst mal habe ich Hunger. Und schon enden die besten Vorsätze in Frust und Stress.

Das muss nicht sein. Denn Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis haben gerade eine Studie veröffentlicht, die für Entspannung auf der Waage sorgt. Ihr Fazit: Schon fünf Prozent weniger Gewicht bringen deutliche gesundheitliche Vorteile. Und die ersten geschmolzenen Kilos haben den größten Effekt.

Alle Teilnehmer der amerikanischen Untersuchung hatten deutliches Übergewicht und bereits eine Insulinresistenz, also eine Vorform von Diabetes. Ärzte empfehlen dann in der Regel fünf bis zehn Prozent abzunehmen. Das fällt vielen äußerst schwer, und nicht selten sind die verlorenen Pfunde schnell wieder drauf. Die aktuelle Studie nimmt vielen jetzt den Druck. Die Wissenschaftler verglichen Versuchspersonen, die rund fünf, zehn und 15 Prozent ihres Gewichts durch eine Diät verloren. Dabei stellten sie fest, dass schon durch geringen Gewichtsverlust Körperfett und vor allem gefährliches Bauchfett abnehmen und sich im Blut viele Faktoren, die eine Gefahr für Herz und Gefäße sind, positiv verändern. Gleichzeitig reagieren Leber, Muskeln und Fettgewebe wieder sensibler auf Insulin. Und die meisten Werte verbessern sich auch bei einer höheren Abnahme nicht mehr. Eine enorme Entlastung für alle, denen der Arzt eine Gewichtsreduktion verordnet hat. Wenig ist also schon viel. Und garantiert zu schafffen. Wenn das kein Ansporn ist!

„Wer bisher erfolglos versucht hat, überflüssige Pfunde loszuwerden, sollte nicht resignieren und aufgeben“, sagt auch Dr. Matthias Riedl, Ärztlicher Leiter des Medicum Hamburg und einer der „Ernährungsdocs“ aus der bekannten NDR-Fernsehsendung. Der Ernährungsmediziner und Internist weiß aus seiner Praxis: Oft klappt es nicht, weil die Methode nicht optimal ist. Gezielte Unterstützung bietet das multimodale Therapieprogramm „Doc Weight“. Auf der Basis einer professionellen Ernährungsanalyse bringen dabei in der Regel schon wenige Veränderungen im Lebensstil nachhaltige Erfolge. Meist kann der bisherige Speiseplan zu 90 Prozent beibehalten werden. Die restlichen zehn Prozent werden so modifiziert, dass die Betroffenen langfristig gut damit leben können. Ein solches Coaching wird von vielen Krankenkassen unterstützt. Eine Liste von Schwerpunktpraxen mit diesem Angebot gibt es beim Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. unter www.bdem.de. So gelingt es bestimmt jedem, die Fünf-Prozent-Hürde zu nehmen.

Murphy Witt

Bildrechte: el lobo/Fotolia

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