Seniorenrabatte – nein danke?

Monika Murphy-Witt-01

Ab 60 geht es los, manchmal schon ab 55. Ob in Hotels oder bei der Bahn, bei Reiseveranstaltern oder Museen – überall gibt es Rabatt. Wer seinen Geburtstag glaubhaft belegen kann, bekommt oft satte Prozente. Gut fürs Portmonee, aber schlecht für die Laune?
„Verweigern Sie Seniorenrabette“, fordert Dr. Christiane Northrup in ihrem aktuellen Buch „Göttinen altern nicht“ (München 2015, Arkana). Denn: „Den ‚Seniorenrabatt‘ anzunehmen bringt Sie in das Bedeutungsfeld von Nachlassen und Niedergang.“ Für die bekannte amerikanische Gynäkologin sind solche kulturellen Prägungen viel wirksamer als genetische. Folglich empfiehlt sie uns, auch über Jahresgrenzen hinaus alterslos zu denken. Ihr Credo: „Bleiben Sie alterslos und gesund, damit es Ihnen Ihre Zellen gleichtun.“
Doch zieht es uns tatsächlich mental in greise Abgründe, wenn wir Vergünstigungen in Hotels oder bei Ausstellungen annehmen? Leistet es wirklich unserem körperlichen und geistigen Abbau Vorschub, wenn wir für eine Reise weniger bezahlen als 30-Jährige? Können nicht gerade Seniorenrabatte dafür sorgen, dass wir uns trotz schmaler werdender Haushaltskassen etwas mehr leisten können? Und halten nicht genau solche Unternehmungen und Anregungen fit, rege und letztendlich jung? Vielleicht sollten wir solche Vergünstigungen nicht als Rabatt, als Nachlass, betrachten, sondern darin eher einen Bonus sehen. Einen Gewinn.

„Man muss im Leben für seine Erfahrungen bezahlen.
Wenn man Glück hat, bekommt man Rabatt.“

Oskar Kokoschka

Murphy Witt

Bildrechte: OPgrapher/shutterstock

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